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Freitag, 27. November 2015
Giuliano Musio: “Scheinwerfen“
liva, 12:52h

Als Sonja ein älterer Kunde mit Demenz zugeteilt wird, ändert sich das sonst so friedliche Miteinander in der Familie. Und dann kommt noch Res hinzu, der das Scheinwerfern ebenso beherrscht und behauptet, Sonja von früher zu kennen. Plötzlich geraten alle in einen Strudel von Lügen und falschen Verdächtigungen. Nicht nur einer in der Familie trägt ein Geheimnis mit sich. Wie gesagt: Manche Erinnerungen blieben besser im Verborgenen!
Die Figuren in diesem Roman sind allesamt etwas daneben. Da ist Julius, ordnungsliebende Psychologe, der für alles eine Liste anfertigt; Toni, der jüngere Bruder, ein Schwulen- Hasser, der leider selbst einer ist und an chronischem Liebeskummer leidet und nicht zuletzt der etwas minderbemittelte Res, der Frauen begrapschet, in fast jeder Kneipe Hausverbot hat und sich selbst für unwiderstehlich hält.
Das Schöne an Giuliano Musios erstem Buch ist, dass es sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Es vereint die unterschiedlichen Genres: mal übersinnlich und esoterisch, dramatisch mit einem Hang zum kriminellen und dann wieder einfach nur urkomisch. Die Sprache ist jung und spritzig, verwegen und hier und da etwas derb. An Fantasie fehlt es dem Autor nicht. In seinem Buch ist nichts normal, nichts gewöhnlich oder vorhersehbar. Es ist einfach anders, und anders macht manchmal Spaß.
Ein absolut unterhaltsamer Roman, skurril, schräg und ein kleeeeiiines bisschen verrückt. Genauso wie ich es mag!
Mehr Informationen zum Autor:
http://www.giulianomusio.com
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